An(ge)dacht

Neuer Wind und weiter Blick. Pfingsten weht auf uns herab.
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Vor nicht allzu langer Zeit standen wir noch mitten im Leben, hatten zu tun, planten und organisierten, ein Termin folgte dem nächsten. Doch die Corona-Krise hat die Welt ausgebremst und viele von uns mussten ein paar Gänge herunterschalten. Langfristige Pläne sind nicht möglich. Wir können nur von Tag zu Tag leben, allenfalls für ein bis zwei Wochen planen. Immer unter dem Vorbehalt, dass die Situation sich wieder ändern kann und wir unser Verhalten erneut anpassen müssen.

Daran wird sich nicht so schnell etwas ändern. Auch wenn die Maßnahmen gelockert werden, die Verunsicherung bleibt. Das kann belastend sein.

In dieser Zeit möchte ich Ihnen das Danken ans Herz legen. Das klingt widersprüchlich, denken Sie jetzt? Ja, es stimmt, wir sind auf schwierigen Wegen unterwegs. Dennoch gibt es Grund zum Danken: Vielen Menschen ist jetzt der Zusammenhalt wichtig und sie bieten Hilfe an. Nachbarn klopfen an die Tür und fragen nach, in gebührendem Abstand natürlich. Dank der Technik können Großeltern mit ihren Enkelkindern über Videochat in Kontakt bleiben und lesen sich dabei gegenseitig vor oder spielen Schiffe versenken.

Das Netz der Gesundheitspolitik hat uns bislang trotz mancher Fehler gut aufgefangen. Die Natur atmet auf – das ist ein positiver Nebeneffekt, der CO2-Ausstoß ist weltweit zurückgegangen.

In all dem können wir sehen, dass Gott hilft. Er tröstet uns auch durch sein Wort:

Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht zu dem Herrn: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe. (Psalm 91, 1-2)

Gott bietet uns einen Platz an, zu dem wir fliehen können, wenn uns das Herz schwer wird. Er freut sich, wenn wir auf diese Weise in Beziehung zu ihm treten. Denn das ist das, was er am liebsten tut: für uns sorgen, für jede und jeden Einzelnen von uns. Er will mit uns sein. Er möchte, dass wir ihn zu Rate ziehen.

In Beziehung zu Gott zu treten geschieht auch im Gottesdienst, der nun wieder gemeinsam gefeiert werden darf, wenn auch unter Auflagen. Gott in der Gemeinde zu begegnen, hat etwas Froh-Machendes, wenn wir mit dem Herzen dabei sind.

Ich danke Gott für seine Zusage und wünsche Ihnen, dass Sie auch dadurch Zuversicht gewinnen: Gott gibt uns Trost, Kraft und Mut und hilft uns durch diese Zeit. Das gilt. Heute und an jedem neuen Tag.

Ihr Pfarrer Reinhard Fischer