Der Sommer ist zu Ende. Wir stellen uns ein auf fallende Blätter und sinkende Temperaturen. Ganz langsam beginnt sich das Jahr zu neigen. In den Herbst fällt die Erntezeit, die Weinlese, aber auch die Zeit von Trost und Trauer, die ihren Ausdruck in besinnlichen Feiertagen oder Gedenktagen findet.
Der Tag der deutschen Einheit am 3. Oktober erinnert an die Wiedervereinigung Deutschlands. Am 3. Oktober 1990 traten die im Juli wieder eingerichteten fünf Länder der DDR (Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen), welche 1952 aufgelöst worden waren, dem Geltungsbereich des Grundgesetzes der BRD bei.
Die Protestanten in aller Welt begehen den Reformationstag am 31. Oktober in Erinnerung an den 31. Oktober 1517. An diesem Tag veröffentlichte Martin Luther seine 95 Thesen gegen den Missbrauch des Ablasswesens und die Glaubensentfremdung der katholischen Kirche.
Allerheiligen (1. November) ist ein jährlicher Gedenktag für die Verstorbenen. Bereits im antiken Christentum gedachte man den Märtyrern oder Heiligen. Offiziell eingeführt wurde dieser Brauch von Papst Gregor IV im Jahr 835.
Allerseelen (2. November) ist seit dem Jahr 1311 ein Gedächtnistag der Toten in der römisch-katholischen Kirche. Zu Allerseelen werden die Gräber der Verstorbenen besonders geschmückt sowie Grablichter, die sogenannten „Seelenlichter“, aufgestellt.
Der letzte Sonntag vor dem 1. Advent ist der Totensonntag oder – wie ich finde die bessere Bezeichnung – Ewigkeitssonntag. Dieser wurde in Preußen 1816 von König Friedrich Wilhelm III. als Gedenktag für die Gefallenen der Befreiungskriege eingeführt. Seit dem 19. Jahrhundert entwickelte sich in Deutschland die Tradition des Totensonntags, der am letzten Sonntag im Kirchenjahr gefeiert wird, bevor mit dem 1. Advent das neue Kirchenjahr beginnt.
Der Herbst: Ich erlebe ihn nicht nur grau in grau, sondern als die wohl farbigste und schillerndste unserer vier Jahreszeiten. Dank dem, der die Jahreszeiten gemacht hat, wohl dem, der in ihnen lebt.
Gottes Zeichen sind groß und seine Wunder mächtig, sein Reich ist ein ewiges Reich, und seine Herrschaft währt für und für. (Daniel 3,33)
Pfarrer Reinhard Fischer
