#nichtabgesagt

Ostern #nichtabgesagt
Bildrechte: pixabay.com – Idee: Gemeindebriefdruckerei.de

Und plötzlich war alles anders. Noch vor wenigen Wochen hätte keine und keiner gedacht, dass für ganz Bayern der Katastrophenfall ausgerufen und es zu Ausgangsbeschränkungen kommen würde. Doch diese sind notwendig, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen.

Auch als Kirchengemeinde sind wir davon betroffen. Öffentliche Gottesdienste sind untersagt, auch dürfen keine Gruppen und Kreise in der Gemeinde stattfinden. Alles abgesagt! Alles? Veranstaltungen kann man absagen. Ostern - Gott sei Dank - nicht. Denn ohne Ostern gäbe es keinen christlichen Glaube. Ostern und die Auferstehung feiern wir in jedem Gottesdienst!

Was aber bedeutet die Auferstehung? Das ist eine wichtige, wenn nicht gar die alles entscheidende Frage. Es spielt keine Rolle, ob das Grab leer war. Die Auferstehung Jesu hat die Welt verändert. Was bedeutet die Auferstehung? Dieser Frage kann ich nicht ausweichen, sie fordert mich zu einer eindeutigen Antwort heraus. Auch wenn ich dabei zögere oder zweifle, angesichts der Kriege, des Leids und der Katastrophen in der großen und kleinen Welt.

Dietrich Bonhoeffer hat einmal gesagt: "Kinder der Auferstehung hat uns Christus genannt. Kinder, die Heimweh haben, das sind wir, wenn es recht mit uns steht." Etliche Menschen glauben, dass mit dem Tod alles aus sei. Doch Kinder der Auferstehung, die nicht vergessen, woher sie kommen, vertrauen darauf: Jesus lebt! Sein Tod hat den Tod überwunden. Das Grab ist leer, Christus ist auferstanden. Ohne Auferstehung hätte das Leben seinen Grund verloren hat.

Mit Ostern schlägt Gott das Buch des Lebens neu auf. In die Welt kommt Bewegung. Leben heißt unterwegs sein. Als Christenmenschen sind wir jedoch nicht heimatlos. Wir stehen mit beiden Beinen fest auf der Erde, haben den Kopf aber schon ein wenig im Himmel. Dadurch bekommt vieles, das uns oft so wichtig oder auch bedrückend schwer und groß erscheint, eine andere Perspektive, einen anderen Maßstab.

Ostern will uns zu einem anderen Leben bewegen, will uns dazu neue Kraft geben: Kinder der Auferstehung zu sein. Heimweh zu haben und Gottes Spuren zu folgen.

Selma Lagerlöf hat es einmal so ausgedrückt: "Man sollte nicht ängstlich fragen: Was wird und kann noch kommen? Sondern sagen: Ich bin gespannt, was Gott jetzt noch mit mir vorhat."

Ihnen allen wünsche ich in dieser bewegten Zeit die österliche Hoffnung und den Segen unseres Gottes. Bleiben Sie behütet und bewahrt!

Ihr Pfarrer Reinhard Fischer