Gedanken zum Monatsspruch Februar 2026
Du sollst fröhlich sein und dich freuen über alles Gute, dass der Herr, dein Gott, dir und deiner Familie gegeben hat. (5. Mose 26,11)
"Hallo, Mama". Mein (damals siebenjähriger) Sohn klingt vergnügt, als er den Ranzen in die Ecke stellt. Er holt sogar gleich seine Brotdose heraus. "Hallo", sage ich. Und kann mir die Frage nicht verkneifen: Wie war’s in der Schule? "Gut", sagt er. "Die Lehrerin war mit uns draußen. Wir haben Frühlingsspuren gesucht." Ich bin überrascht. Frühlingsspuren suchen? Vermutlich steht das eher nicht auf dem Lehrplan. "Und?", frage ich, "Habt ihr welche gefunden?" "Ja", sagt er. "In einem Garten gab es Schneeglöckchen. Bei dem Weg mit den großen Bäumen waren so kleine Blumen in Gelb. Und im Wald war ein Specht."
"Tolle Idee", denke ich und freue mich, dass die Lehrerin den Kindern nicht nur Lesen, Schreiben und Rechnen beibringt. Immer zu zweit, Hand in Hand, sind die Kinder losgezogen, haben sich umgeschaut, haben "Guck mal, da!" gerufen, sind umhergesprungen, wenn sie etwas entdeckt haben. Sie haben die frische Luft gespürt, den Hauch Frühling darin, haben Krokusse und Winterlinge, Meisen und Amseln kennengelernt. Und vielleicht sind auch andere Kinder vergnügt nach Hause gekommen.
Bis heute wirkt die Idee dieser Lehrerin bei mir nach. Ende Februar sage ich mir: Jetzt gehe ich los, um Frühlingsspuren zu suchen. Meine Sinne schärfen sich, ich spüre die Luft auf der Haut und freue mich an den ersten Farbklecksen am Boden. Ich lausche den Vögeln und versuche, sie in den Zweigen zu entdecken. Und ich denke an die Kinder, die längst erwachsen geworden sind. Aber wer weiß, vielleicht machen auch sie sich manchmal noch auf, um an einem Tag im Februar die ersten Frühlingsspuren zu suchen.
Tina Willms
