Advent ist im Dezember

Advent ist im Dezember
Bildrechte: Müller / GEP

So heißt seit Jahren eine Initiative der Evangelischen Kirchen, die sich dafür einsetzt, Advents- und Weihnachtsbräuche wirklich zu ihrer Zeit zu pflegen und nicht schon im Hochsommer. Gerade die Adventszeit ist eine besondere Zeit des Jahres. Es ist eine Zeit der Einkehr und der Stille, der Vorfreude und der Erwartung. Nach dem Ewigkeitssonntag ist für vier Wochen Raum, sich zu besinnen und auf Weihnachten vorzubereiten. Doch manche wollen aus den vier Wochen fünf, sechs oder mehr machen. An manchen Orten sind bereits Mitte November Straßen und Geschäfte weihnachtlich geschmückt.

"Können Sie noch warten?" - auf die Zeit der Vorfreude, darauf, dass die nachdenklich stimmende Dunkelheit des Novembers vom wärmenden Kerzenschein im Advent abgelöst wird? Advent ist im Dezember, im dunkelsten Monat des Jahres. Morgens beim Aufstehen ist es meist noch nicht hell, und nach dem Kaffeetrinken am Nachmittag beginnt oft schon die Dämmerung. Advent - eine dunkle Zeit.

Ein Sprichwort sagt: Es ist besser eine Kerze anzuzünden, als sich über die Dunkelheit zu beschweren. Und das ist genau das, was wir im Advent tun. Jeden Sonntag zünden wir eine weitere Kerze auf dem Adventskranz an, bis zum vierten Advent, bis hin zum Christbaum, der dann am Heiligen Abend mit seinem Lichterglanz verzaubert.

Advent, das ist die Zeit des Wartens. Auch die Zeit der Sehnsucht. Warten auf Jesus, das Christkind. Auch wegen der Geschenke, aber nicht nur. Warten darauf, dass es nicht nur im Wohnzimmer, sondern auch in unserem Leben hell wird. Sehnsucht danach, dass einer zu uns kommt, uns nahe ist, auch in unserer Dunkelheit. Der, der selbst so strahlt, dass er unser Dunkel erhellt. Der mit seinem Leuchten schon das Nahen eines neuen Tages ankündigt.

Den "Morgenstern" hat man ihn deshalb genannt. Dass diese Welt, dass wir das Leuchten dieses Morgensternes brauchen, das kann man in diesen Adventswochen spüren. 

Dieses Licht will auch in unserem Leben scheinen. Und es macht reich und fröhlich und voller Zuversicht. Weil der, auf den wir warten, wirklich kommt. Freut euch, der Herr ist nah!

Eine gesegnete Adventszeit wünscht Ihnen
Ihr Pfarrer Reinhard Fischer